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Innenausbau & Wohnen
24. Juli 2026 8 Min.

Bodentiefe Fenster: Maße, Kosten und der richtige Einbau

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Glaserei.or.at Redaktion Geprüft
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Glaser montiert ein bodentiefes Fenster mit Blick vom Wohnraum in den Garten

Erstellt mit KI von ChatGPT Image

Ein bodentiefes Fenster reicht vom Boden bis fast zur Decke und holt dadurch spürbar mehr Tageslicht in einen Raum als ein Fenster in Standardhöhe. Wer ein solches Element plant, will meist rasch wissen, welche Maße üblich sind, mit welchen Kosten zu rechnen ist und worauf beim Einbau zu achten ist. Kurz zusammengefasst: Übliche Breiten liegen zwischen 100 und 250 cm, die Höhe reicht bis knapp unter die Raumdecke, und je nach Rahmenmaterial sowie Ausführung bewegen sich die Preise deutlich über jenen von Standardfenstern. Über unser Portal finden Sie Glaserei-Betriebe in Ihrer Nähe, die Maß, Statik und Sicherheitsanforderungen vor Ort einschätzen und ein passendes Angebot erstellen.

Was genau sind bodentiefe Fenster?

Als bodentiefes Fenster gilt ein Fensterelement, dessen Unterkante direkt auf Höhe der Fußbodenoberfläche liegt statt auf der üblichen Brüstungshöhe von rund 85 bis 100 cm. Damit verwandt, aber nicht identisch, ist das flächenbündige Fenster, ein Fenstertyp, bei dem der Rahmen bündig in die Fassadenebene eingelassen wird und dadurch von außen kaum als eigenständiges Bauteil erkennbar ist. Beide Varianten lassen sich kombinieren, müssen es aber nicht: Ein bodentiefes Fenster kann klassisch mit sichtbarem Rahmen ausgeführt werden, ein flächenbündiges Fenster wiederum auch in normaler Brüstungshöhe.

Häufig wird ein bodentiefes Element als Festverglasung ausgeführt, also als fixe Glasfläche ohne beweglichen Flügel, die sich nicht öffnen lässt. Das reduziert den technischen Aufwand und senkt tendenziell die Kosten, bringt aber keine Lüftungsmöglichkeit. Aus diesem Grund wird die Festverglasung in der Praxis oft mit einem angrenzenden, öffenbaren Element oder direkt mit einer Terrassentür kombiniert.

Welche Maße sind bei bodentiefen Fenstern üblich?

Eine allgemeingültige Norm-Größe gibt es nicht, da die Abmessungen sich nach Raumhöhe, Fassadenraster und Statik richten. In der Praxis haben sich dennoch Richtwerte etabliert:

  • Höhe: meist 200 bis 240 cm, orientiert an der Raumhöhe abzüglich Sturz und Anschlussfuge
  • Breite: einzelne Elemente häufig zwischen 100 und 150 cm, größere Öffnungen als Fensterband oder Kombination mehrerer Elemente
  • Zweigeteilte Ausführung: Bei der Frage „bodentiefe Fenster zweigeteilt“ geht es meist um zwei nebeneinanderliegende Flügel oder um eine Kombination aus fixem Element und Öffnungsflügel, wodurch sich große Glasflächen ohne überdimensionierte Einzelrahmen realisieren lassen

Eine gängige Sonderform ist das bodentiefe Fenster mit festem Unterteil: Der untere Bereich bleibt als Festverglasung stehen, während im oberen Bereich ein Fenster zum Kippen oder Öffnen eingebaut wird. Diese Lösung reduziert den Aufwand für Beschläge und Dichtungen im unteren, stark belasteten Bereich und wird gerne dort gewählt, wo keine begehbare Terrassentür-Kombination benötigt wird, sondern in erster Linie Lichteinfall gefragt ist.

Bodentiefe Fenster: Vor- und Nachteile im Überblick

Bevor Sie sich für großflächige Verglasung entscheiden, lohnt sich ein nüchterner Blick auf beide Seiten.

VorteileNachteile
Deutlich mehr Tageslicht im RaumHöhere Anschaffungskosten je Element
Optische Verbindung zu Garten oder TerrasseAbsturzsicherung ab bestimmter Fallhöhe erforderlich
Wirkt raumvergrößernd, besonders in kleineren ZimmernGrößerer Reinigungsaufwand bei großen Glasflächen
Passiv-solarer Wärmegewinn im Winter möglichOhne außenliegenden Sonnenschutz Überhitzungsrisiko im Sommer
Aufwertung bei Verkauf oder VermietungStatische Prüfung der Wand meist notwendig

Bei den Nachteilen flächenbündiger Fenster kommt hinzu, dass der bündige Einbau in die Fassade höhere Anforderungen an Abdichtung und Detailplanung stellt, da keine vorspringende Rahmenkante als zusätzliche Schlagregen-Barriere wirkt. Das lässt sich lösen, verlangt aber saubere Ausführung durch einen Fachbetrieb.

Was kosten bodentiefe Fenster?

Bodentiefe Fenster liegen je nach Maß, Rahmenmaterial und Verglasung bei rund 800 bis 3.500 Euro pro Stück inklusive Einbau, Stand 07/2026. Bei größeren Sonderformaten oder Fensterbändern wird häufig nach Fläche gerechnet, hier bewegen sich die Werte bei etwa 300 bis 600 Euro pro Quadratmeter, Stand 07/2026. Damit liegen bodentiefe Ausführungen spürbar über Standardfenstern vergleichbarer Qualität, da mehr Glasfläche, oft verstärkte Profile und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen den Preis nach oben treiben.

Folgende Faktoren beeinflussen die tatsächlichen Kosten am stärksten:

  • Rahmenmaterial: Kunststoff ist meist die günstigste Variante, Holz und Holz-Aluminium liegen darüber, reine Aluminiumrahmen eignen sich besonders für sehr große, schmal profilierte Flächen
  • Verglasung: Dreifach-Isolierverglasung ist bei bodentiefen Formaten aus energetischen Gründen inzwischen die Regel, nicht die Ausnahme
  • Sicherheitsglas: Verbundsicherheitsglas oder zusätzliche Absturzsicherung schlagen sich im Preis nieder
  • Statik und Sturzausbildung: Wird eine bestehende Wandöffnung vergrößert, kommen Kosten für Statik-Nachweis und gegebenenfalls einen neuen Sturz hinzu
  • Montageaufwand: Flächenbündiger Einbau oder Anschluss an eine Terrassentür-Kombination bedeutet mehr Arbeitszeit als ein Standardeinbau

Sind bodentiefe Fenster teurer als vergleichbare Standardfenster in gleicher Qualitätsstufe? In der Regel ja, meist um einen spürbaren Aufschlag, da größere Glasflächen, verstärkte Statik und häufig zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zusammenkommen. Eine mögliche Förderung über Bundes-, Landes- oder Gemeindeprogramme im Rahmen einer thermischen Sanierung kann einen Teil der Mehrkosten abfedern, die aktuellen Bedingungen sollten vor Baubeginn direkt bei der zuständigen Förderstelle geprüft werden, da sich Programme und Fördersätze kurzfristig ändern können.

Absturzsicherung und Brüstungshöhe: Was das Gesetz verlangt

Detailansicht einer Absturzsicherung mit Glasgeländer vor einem bodentiefen Fenster

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Sobald die Fensterunterkante nahe am Fußboden liegt, stellt sich die Frage der Absturzsicherung. Rechtlich maßgeblich ist dafür in Österreich die OIB-Richtlinie 4 „Nutzungssicherheit und Barrierefreiheit“. Sie schreibt vor, dass eine Absturzsicherung ab einer Fallhöhe von einem Meter erforderlich ist und grundsätzlich mindestens 100 cm hoch sein muss, ab einer Fallhöhe von mehr als 12 Metern sogar 110 cm. Eine Brüstung mit einer Oberkantenbreite von mindestens 20 cm darf dabei um die halbe Brüstungsbreite niedriger ausfallen, jedoch nicht unter 85 cm.

Info-Box: Absturzsicherung bei bodentiefen Fenstern

  • Maßgebliche Grundlage: OIB-Richtlinie 4, Kapitel Absturzsicherung
  • Erdgeschoß-Fenster ohne relevante Fallhöhe sind in der Regel ausgenommen
  • Möglich sind ein vorgesetztes Geländer, ein integriertes Sicherheitsglas-Element oder eine feste Brüstung vor dem Fenster
  • Die konkrete Ausführung sollte immer mit dem ausführenden Betrieb und der örtlichen Bauordnung abgestimmt werden

Eine Sonderform, bei der die Absturzsicherung unmittelbar vor der Fensteröffnung gelöst wird, ist der französische Balkon mit Glasgeländer, bei dem ein filigranes Geländer direkt an die Fassade montiert wird, ohne dass ein begehbarer Balkon entsteht. Diese Detaillösung ist ein eigenes Thema mit eigenen gestalterischen und bautechnischen Fragen.

Einbruchschutz bei großen Glasflächen

Große Glasflächen wecken bei manchen Bauherren die Sorge, ein leichteres Ziel für Einbrüche zu sein. In der Praxis hängt die Widerstandsfähigkeit weniger von der Fläche als vom verwendeten Glasaufbau und Beschlag ab. Angeboten werden abgestufte Widerstandsklassen, bei denen Verbundsicherheitsglas mit mehreren Folienlagen und abschließbare Beschläge das Aufhebeln oder Durchschlagen deutlich erschweren. Wer ein bodentiefes Fenster im Erdgeschoß plant, sollte diesen Punkt beim Angebot aktiv ansprechen, da Einbruchhemmung meist als Zusatzausstattung und nicht als Standard mitgeliefert wird.

Wärmedämmung und Energieeffizienz

Große Glasflächen bedeuten automatisch auch eine größere Fläche, über die Wärme verloren gehen kann. Entscheidend dafür ist der U-Wert, jener Kennwert, der angibt, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Grad Temperaturunterschied durch ein Bauteil entweicht. Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung. Bei bodentiefen Fenstern kommt praktisch durchgehend dreifach verglastes Isolierglas zum Einsatz, kombiniert mit gedämmten Rahmenprofilen, um trotz der großen Fläche ein energetisch stimmiges Gesamtergebnis zu erreichen. Auf der Südseite kann ein bodentiefes Fenster im Winter zusätzlich passive Wärmegewinne bringen, im Sommer braucht es dafür aber einen wirksamen außenliegenden Sonnenschutz, um Überhitzung zu vermeiden.

Terrassentür-Kombination und Einbau in der Praxis

Bewohner öffnet eine Terrassentür-Kombination mit bodentiefer Verglasung zum Garten

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Sehr oft wird ein bodentiefes Fenster nicht als reines Lichtelement, sondern als Terrassentür-Kombination ausgeführt: ein Teil bleibt fest verglast, ein anderer Teil öffnet als Schiebe- oder Hebe-Schiebe-Element den direkten Zugang nach draußen. Diese Bauweise verbindet den Wunsch nach viel Tageslicht mit einem barrierearmen Übergang zu Terrasse oder Garten und verlangt eine bodenebene Schwellenlösung, die gleichzeitig dicht und begehbar sein muss.

Bodentiefe Fenster einbauen bedeutet in der Praxis mehr als den Austausch eines bestehenden Fensters:

  1. Bestandsaufnahme: Prüfung von Wandaufbau, vorhandener Öffnung und statischer Situation
  2. Statik-Abklärung: Bei Vergrößerung der Öffnung ist häufig ein neuer Sturz oder eine zusätzliche Abstützung nötig
  3. Abdichtung und Anschluss: Besonders am Boden braucht es eine sorgfältige, wärmebrückenfreie und wasserdichte Anschlussebene
  4. Sicherheitsausführung: Festlegung der Absturzsicherung gemäß den örtlichen Vorgaben
  5. Montage und Feinabgleich: Einpassen des Elements, Justage der Beschläge, Abnahme der Dichtheit

Ein Praxisbeispiel: Bei einem nachträglichen Einbau in eine bestehende Massivwand entscheidet oft die vorhandene Fensteröffnung darüber, wie aufwendig das Projekt wird. Lässt sich die bestehende Brüstung ohne neuen Sturz entfernen, bleibt der Aufwand überschaubar. Muss die Öffnung dagegen vergrößert werden, kommen Mauerarbeiten und ein statischer Nachweis hinzu, was Zeit und Kosten erhöht.

Reinigung großer Glasflächen

Je größer die Fläche, desto sichtbarer werden Streifen, Fingerabdrücke und Wetterspuren. Für die laufende Reinigung großer Glasflächen empfiehlt sich ein Abzieher mit breiter Gummilippe statt eines Tuchs, dazu klares Wasser mit wenig mildem Reinigungsmittel, um Schlieren zu vermeiden. Bei sehr hohen oder außen schwer zugänglichen Elementen lohnt sich die Abklärung, ob die Glasfläche von innen zu reinigen ist, etwa über ein Dreh-Kipp-System, oder ob ein Zugang von außen eingeplant werden muss.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

01 Sind bodentiefe Fenster sinnvoll?

Für Räume mit wenig natürlichem Licht oder mit direktem Bezug zu Garten oder Terrasse sind bodentiefe Fenster meist eine sinnvolle Wahl, da sie Tageslicht und optische Weite spürbar erhöhen. Abzuwägen sind dafür höhere Kosten, der Bedarf an Absturzsicherung sowie ein wirksamer Sonnenschutz gegen sommerliche Überhitzung.

02 Wie hoch sind normale bodentiefe Fenster?

Üblich sind Höhen zwischen 200 und 240 cm, abhängig von der Raumhöhe sowie dem Platz, der für Sturz und Anschlussfuge benötigt wird. Nach oben sind bei entsprechender Statik auch größere Höhen möglich.

03 Wie nennt man bodentiefe Fenster?

Neben dem Begriff „bodentiefes Fenster“ sind auch „raumhohes Fenster“ und, bei bündigem Fassadeneinbau, „flächenbündiges Fenster“ gebräuchlich. Die Begriffe werden in der Praxis teils synonym verwendet, meinen aber technisch nicht exakt dasselbe.

04 Sind bodentiefe Fenster teurer?

Im Vergleich zu einem Standardfenster gleicher Qualitätsstufe liegen die Kosten bei bodentiefen Ausführungen meist deutlich höher, da mehr Glasfläche, verstärkte Rahmenprofile, Statik-Maßnahmen und häufig eine zusätzliche Absturzsicherung zusammenkommen.

05 Welche Nachteile haben flächenbündige Fenster?

Der bündige Einbau in die Fassadenebene verlangt eine besonders sorgfältige Abdichtung, da keine vorspringende Rahmenkante zusätzlichen Schutz vor Schlagregen bietet. Zudem ist die Montage anspruchsvoller und damit tendenziell aufwendiger als bei klassisch vorgesetzten Rahmen.

06 Was sind die Vor- und Nachteile von bodentiefen Fenstern?

Vorteile sind mehr Tageslicht, eine optische Verbindung nach draußen und eine raumvergrößernde Wirkung. Nachteile sind höhere Kosten, die Pflicht zur Absturzsicherung ab bestimmter Fallhöhe, ein größerer Reinigungsaufwand sowie das Risiko sommerlicher Überhitzung ohne passenden Sonnenschutz.

Fazit

Ein bodentiefes Fenster bringt spürbar mehr Licht und eine engere Verbindung zum Garten oder zur Terrasse, verlangt dafür aber eine durchdachte Planung bei Statik, Absturzsicherung und Wärmedämmung. Wer die passenden Maße, eine realistische Kosteneinschätzung und die Anforderungen der OIB-Richtlinie 4 kennt, trifft die Entscheidung für oder gegen die großflächige Verglasung auf einer soliden Grundlage. Über unser Portal finden Auftraggeber Glaserei-Fachbetriebe in ihrer Region, die Bestand, Statik und Sicherheitsdetails vor Ort begutachten und ein individuelles Angebot ausarbeiten.

Über den Autor Glaserei.or.at Redaktion
Geprüft

Die Fachredaktion des Glaser Netzwerks Österreich bündelt die Expertise aus Handwerk, aktueller Normgebung und Marktanalyse in Österreich. Unsere Ratgeber und Artikel werden in enger Zusammenarbeit mit konzessionierten Glaser-Fachbetrieben und Sachverständigen erstellt. Unser Ziel ist es, Hausbesitzern, Sanierern und Fachbetrieben fundierte, datenbasierte und nachvollziehbare Informationen rund um die Themen Glas, Fenster, Glasfassaden und sichere Verglasungen zur Verfügung zu stellen.

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