Ein französischer Balkon ist eine Glasbrüstung, die unmittelbar vor einer bodentiefen Tür oder einem bodentiefen Fenster montiert wird und dort als Absturzsicherung dient, ohne dass eine begehbare Fläche entsteht. Er lässt sich öffnen, ohne dass Licht oder Ausblick verloren gehen, und kommt ganz ohne tragende Auskragung oder zusätzliches Fundament aus. In Österreich regeln die ÖNORM B 3716 und die OIB-Richtlinie 4, welche Brüstungshöhe und welche Glasart dafür zugelassen sind. Wer ein solches Glasgeländer als Fenstervorsatz plant, findet über unser Portal Glaser-Fachbetriebe in der eigenen Region, die Aufmaß, Statiknachweis und Montage aus einer Hand übernehmen.
Was versteht man unter einem französischen Balkon?

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Der Begriff bezeichnet keinen eigenständigen Balkon mit Bodenplatte, sondern ein Geländer aus Glas, das direkt in der Fassadenebene vor einer Öffnung sitzt. Typisch ist die Situation im Altbau: Ein früheres Brüstungsfenster wird zu einer bodentiefen Verglasung umgebaut, und davor sichert das Glasgeländer den Übergang ab. Auch im Neubau kommt diese Lösung zum Einsatz, wenn die Statik keinen vollwertigen, auskragenden Balkon zulässt oder ein solcher schlicht nicht gewünscht ist. Bodentiefe Fenster sind dabei die bauliche Voraussetzung – ihre technischen Details wie Rahmenmaterial oder Verglasungsaufbau sind allerdings ein eigenes Thema und werden hier nicht vertieft, entscheidend ist an dieser Stelle nur, dass die Verglasung bis zum Boden reicht und deshalb eine Absturzsicherung braucht.
Von einem klassischen Balkongeländer unterscheidet sich der französische Balkon dadurch, dass keine begehbare Fläche eingefasst wird. Ein Geländer, das eine reguläre Balkonplatte umgibt, folgt einer eigenen Planungslogik mit anderen statischen Anforderungen und wird deshalb an dieser Stelle nicht behandelt. Beim französischen Balkon steht ausschließlich die Sicherung der Fensteröffnung im Vordergrund, meist in Kombination mit einem Schiebe- oder Drehflügelsystem.
Ist ein französischer Balkon begehbar?
Nein, ein französischer Balkon ist nicht dazu gedacht, betreten zu werden. Er besitzt keine tragfähige Bodenplatte und keine Auskragung, sondern lediglich das Glasgeländer in der Fensterebene. Wer davor steht, bleibt im Rahmen der Fensteröffnung – ein Hinaustreten ist konstruktiv nicht vorgesehen und würde die Absturzsicherung überlasten. Wer tatsächlich im Freien sitzen möchte, benötigt einen begehbaren Balkon oder eine Terrasse mit entsprechender Tragkonstruktion.
Sicherheitsvorschriften: ÖNORM B 3716, OIB-Richtlinie 4 und Brüstungshöhe

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Weil der französische Balkon als Absturzsicherung gilt, unterliegt er in Österreich klaren technischen Vorgaben. Maßgeblich ist die ÖNORM B 3716-3, die vertikale Verglasungen mit absturzsichernder Funktion regelt, sowie die OIB-Richtlinie 4 zur Nutzungssicherheit, die bundesländerübergreifend als Grundlage der Bauordnungen dient. Für die Brüstungshöhe gilt üblicherweise ein Mindestmaß von 100 cm ab Oberkante Fußboden, gemessen bis zur Oberkante des Geländers beziehungsweise Handlaufs. Bei größeren Fallhöhen verlangen manche Bauordnungen ein höheres Maß von 110 cm – die genaue Schwelle unterscheidet sich je nach Bundesland, weshalb ein Blick in die örtliche Bauordnung oder die Abstimmung mit dem ausführenden Betrieb sinnvoll ist.
Als Glasart ist Verbundsicherheitsglas vorgeschrieben, kurz VSG: zwei Glasscheiben, zwischen denen eine reißfeste Folie verklebt ist. Bricht eine Scheibe, halten die Splitter an der Folie und die Konstruktion behält eine gewisse Resttragfähigkeit – ein entscheidender Sicherheitsvorteil gegenüber einfachem Glas. Für Absturzsicherungen ist eine Mindestdicke von 12,76 mm üblich, bestehend aus zwei 6-mm-Scheiben und der Zwischenfolie.
Info-Box: VSG als Absturzsicherung
| Merkmal | Eigenschaft |
|---|---|
| Aufbau | zwei Glasscheiben, verklebt mit reißfester PVB-Folie |
| Übliche Mindestdicke | ab 12,76 mm (2 × 6 mm + Folie) |
| Verhalten im Bruchfall | Splitter bleiben an der Folie haften, Resttragfähigkeit bleibt erhalten |
| Übliche Glasarten | klar, grau getönt, satiniert (Sichtschutz) |
| Kantenbearbeitung | geschliffen und poliert |
Wer sich generell mit Brüstungshöhen und Absturzsicherung bei Glas beschäftigen möchte, findet vertiefende Hintergründe in unserem Beitrag Brüstungsverglasung: Sicherheit und Transparenz für Balkon und Treppe.
Praxistipp: Lassen Sie sich vom ausführenden Betrieb schriftlich bestätigen, dass Glasstärke, Halterung und Brüstungshöhe der ÖNORM B 3716-3 entsprechen. Diese Bestätigung ist im Schadensfall und bei einer späteren Eigentumsübertragung eine wichtige Unterlage.
Montagearten: seitliche Halter, aufgesetzte Systeme oder Pfosten
Ein französischer Balkon nach Maß lässt sich auf mehrere Arten befestigen, die sich in Optik und baulichem Aufwand unterscheiden.
Seitliche Edelstahl- oder Glashalter
Bei dieser Variante wird die Glasscheibe seitlich an der Maueröffnung mit runden oder eckigen Haltern aus Edelstahl fixiert, meist an vier Punkten. Es entsteht ein vorgehängtes Geländer ohne Bodendurchdringung, das im Altbau häufig zum Einsatz kommt, weil keine zusätzliche Bohrung im Estrich nötig ist. Optisch wirkt diese Lösung zurückhaltend, besonders bei schlanken Punkthaltern in dunkler Ausführung.
Aufgesetzte Systeme mit Bodenklemmschiene
Alternativ wird das Glas in einer Klemmschiene gehalten, die auf der Oberkante des Fußbodens beziehungsweise der Fensterbrüstung montiert wird. Diese Lösung wirkt besonders unaufdringlich, weil kein seitlicher Halter sichtbar ist, setzt aber eine tragfähige Unterkonstruktion voraus.
Pfostensysteme
Vertikale Pfosten aus Aluminium oder Edelstahl werden im Abstand von rund 1,2 Metern seitlich an der Maueröffnung befestigt, dazwischen sitzt die Glasfüllung. Diese Konstruktion gilt als statisch unkompliziert und wird häufig im Standardfall verbaut. Pfosten sind in verschiedenen Farbtönen erhältlich, Anthrazit zählt dabei zu den gefragtesten Varianten, weil es sich unauffällig in dunkle Fensterrahmen und Fassaden einfügt.
Was kostet ein französischer Balkon mit Glasgeländer? (Stand 2026)

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Die Kosten hängen vor allem von der Montageart, der Glasstärke und davon ab, ob ein Handlauf gewünscht ist. Aktuelle Richtwerte für Österreich, jeweils inklusive Aufmaß, Lieferung und fachgerechter Montage durch einen Betrieb:
| Montageart | Richtpreis pro Laufmeter |
|---|---|
| Pfostensystem mit Glas ab 12 mm | ca. 380 – 500 € |
| Seitliche Edelstahl-Punkthalter, vorgehängt | ca. 500 – 700 € |
| Aufgesetzte Bodenklemmschiene, rahmenlos | ca. 650 – 850 € |
Bei einer typischen Fensterbreite von 1,5 bis 2,5 Metern ergibt sich daraus ein Gesamtpreis von grob 600 bis 2.100 Euro je Element (Stand 2026). Zusätzliche Kostenfaktoren sind eine Sonderfarbe wie Anthrazit, satiniertes Glas als Sichtschutz, ein aufgesetzter Handlauf sowie der Aufwand für den statischen Nachweis, der bei jeder Absturzsicherung erforderlich ist. In Schutzzonen oder bei denkmalgeschützten Fassaden kann zusätzlich eine Bauanzeige nötig werden, was den zeitlichen, nicht aber zwingend den finanziellen Aufwand erhöht.
Förderungen für Absturzsicherung und Glasgeländer
Ein französischer Balkon wird in Österreich in der Regel nicht als eigenständige, dauerhaft garantierte Förderposition geführt. Im Rahmen umfassenderer Sanierungen – etwa beim Fenstertausch oder bei energetischen Maßnahmen – kommen aber unter Umständen Bundes-, Landes- oder Gemeindeförderungen in Betracht, die Teile der Baukosten mit abdecken. Da sich Förderprogramme, Budgets und Antragsbedingungen laufend ändern und Programme auch kurzfristig auslaufen können, lohnt sich vor Projektbeginn eine Anfrage bei der zuständigen Landesförderstelle oder Gemeinde, um die aktuell gültigen Bedingungen zu klären.
Häufige Fragen zum französischen Balkon
Ein französischer Balkon ist ein Glasgeländer, das direkt vor einer bodentiefen Tür oder einem bodentiefen Fenster montiert wird und als Absturzsicherung dient. Eine begehbare Fläche entsteht dabei nicht, es handelt sich also nicht um einen Balkon im klassischen Sinn.
Es handelt sich um eine Brüstungsverglasung, die die Fensteröffnung nach außen absichert, ohne dass eine Auskragung oder ein zusätzliches Fundament nötig wird. Rechtlich zählt die Konstruktion als Absturzsicherung und muss den Vorgaben der ÖNORM B 3716-3 entsprechen.
Nein. Die Konstruktion besteht ausschließlich aus dem Glasgeländer in der Fensterebene, eine tragfähige Bodenplatte fehlt. Ein Betreten ist konstruktiv nicht vorgesehen.
Nein, dafür fehlt die notwendige Standfläche. Der französische Balkon lässt lediglich Licht, Luft und Ausblick herein, ein Sitzen davor ist nicht möglich.
Nein, auch das ist nicht vorgesehen, da keine begehbare Fläche vor der Fensteröffnung existiert. Wer draußen sitzen möchte, benötigt einen echten, begehbaren Balkon oder eine Terrasse mit eigener Tragkonstruktion.
Fazit: Klare Regeln, planbare Kosten
Ein französischer Balkon mit Glasgeländer verschafft bodentiefen Fenstern eine unauffällige, normgerechte Absturzsicherung, ohne dass an der Fassade gebaut werden muss. Wer Brüstungshöhe, Glasstärke und Montageart mit einem Fachbetrieb abstimmt, erhält eine Lösung, die der ÖNORM B 3716-3 entspricht und über Jahre hinweg wenig Pflege braucht. Über unser Portal finden Sie Glaserbetriebe in Ihrer Nähe, die Aufmaß, Statiknachweis und fachgerechte Montage eines französischen Balkons übernehmen.