Der U-Wert bei Fenstern gibt an, wie viel Wärme durch einen Quadratmeter Fensterfläche entweicht, wenn zwischen innen und außen ein Temperaturunterschied von einem Grad Celsius besteht – gemessen in Watt pro Quadratmeter und Kelvin, kurz W/(m²K). Je niedriger dieser Wert, desto weniger Heizwärme geht über das Fenster verloren. Ein modernes Fenster mit Dreifachverglasung erreicht meist einen Gesamt-U-Wert von 0,7 bis 0,9 W/(m²K), während alte Fenster mit Einfach- oder früher Zweifachverglasung auf 2,8 bis 5,0 W/(m²K) kommen – das Mehrfache an Wärmeverlust auf derselben Fläche. Wer einen Fenstertausch plant oder eine Förderung beantragen möchte, muss dabei drei unterschiedliche Kennzahlen auseinanderhalten: Uw, Ug und Uf. Über unser Portal finden Sie Fachbetriebe, die den passenden U-Wert für Ihr Vorhaben berechnen und die neuen Fenster fachgerecht einbauen. Im Folgenden erfahren Sie, was sich hinter den drei Kürzeln verbirgt, welche Werte für welchen Fenstertyp üblich sind und welche Rolle der U-Wert bei Förderungen in Österreich spielt.
Uw, Ug und Uf: Die drei U-Werte am Fenster
Ein Fenster besteht nicht aus einem einzigen homogenen Bauteil, sondern aus Verglasung, Rahmen und der Übergangszone dazwischen – deshalb unterscheidet die Bauphysik drei eigene Kennzahlen, die zusammen den Gesamteindruck ergeben. Wer beim Fenstertausch nur einen einzigen Wert im Datenblatt liest, übersieht schnell, dass sich dahinter drei verschiedene Messgrößen verbergen können.
Uw-Wert: Der Wärmedurchgangskoeffizient des gesamten Fensters
Der Uw-Wert – das „w“ steht für das englische Wort „window“ – fasst Glas, Rahmen und Randverbund zu einer einzigen Kennzahl zusammen und beschreibt damit die Dämmleistung des kompletten Fensters, so wie es später in der Wand sitzt. Dieser Wert ist für Auftraggeber die praxisrelevanteste Größe, weil er alle Bauteile gemeinsam bewertet und deshalb in Energieausweisen, Angeboten und Förderanträgen als Referenz dient. Zwei Fenster mit identischer Verglasung können trotzdem einen unterschiedlichen Uw-Wert aufweisen, wenn sich Rahmenmaterial oder Fenstergröße unterscheiden.
Ug-Wert: Die Dämmleistung der Verglasung allein
Beim Ug-Wert steht das „g“ für „glazing“ und bezeichnet ausschließlich die Wärmedämmung der Glasfläche, ohne Rahmen und Randverbund. Diese Kennzahl hängt vor allem von der Anzahl der Scheiben, der Gasfüllung im Scheibenzwischenraum und einer wärmedämmenden Beschichtung ab. Der Ug-Wert liegt bei moderner Dreifachverglasung meist deutlich unter dem Uw-Wert des gesamten Fensters, da die Glasfläche in der Regel besser dämmt als der Rahmen.
Uf-Wert: Die Dämmleistung des Rahmens
Der Uf-Wert – „f“ für „frame“ – beschreibt die Wärmedämmung von Fensterrahmen und Flügel. Rahmen aus Holz, Kunststoff mit mehreren Kammern oder thermisch getrennten Aluminiumprofilen erreichen unterschiedliche Uf-Werte, wobei ein schlecht gedämmter Rahmen den insgesamt guten Ug-Wert einer hochwertigen Verglasung spürbar verschlechtern kann. Bei kleinteiligen Fenstern mit hohem Rahmenanteil wirkt sich der Uf-Wert stärker auf den Uw-Wert aus als bei großflächigen Fenstern mit schmalen Profilen.
Welche U-Werte gelten als gut? Richtwerte im Überblick
Ob ein U-Wert gut oder schlecht ist, lässt sich nur im Vergleich zum Baujahr und zur Verglasungsart sinnvoll beurteilen. Die folgende Tabelle zeigt gängige Richtwerte für den Uw-Wert des Gesamtfensters, wie sie in Österreich in der Praxis vorkommen.
| Fenstertyp / Baujahr | Typischer Uw-Wert in W/(m²K) |
|---|---|
| Einfachverglasung (bis ca. 1980) | 4,5 – 5,8 |
| Frühe Zweifachverglasung (ca. 1980–2000) | 2,8 – 5,0 |
| Moderne Zweifachverglasung mit Wärmeschutzglas (ab ca. 2000) | 1,0 – 1,3 |
| Dreifachverglasung, Standard seit ca. 2010 | 0,7 – 0,9 |
| Passivhausfenster | ≤ 0,8 |
| Mindestanforderung Neubau laut OIB-Richtlinie 6 | ca. 1,3 – 1,4 |
Was sind gute U-Werte für Fenster? Als guter Uw-Wert gilt in Österreich derzeit ein Bereich von 0,7 bis 1,1 W/(m²K), wie ihn moderne Zweifach- und Dreifachverglasungen erreichen. Werte über 1,4 W/(m²K) entsprechen älteren Baustandards und liegen unterhalb der aktuellen Neubau-Anforderungen der OIB-Richtlinie 6. Wie hoch der U-Wert von Fenstern in Österreich tatsächlich ausfällt, hängt also stark vom Baujahr des Gebäudes und vom Zustand der bestehenden Fenster ab – die Spanne zwischen einem Altbau aus den 1970er-Jahren und einem aktuellen Neubau kann beim Uw-Wert leicht das Vierfache betragen.
So finden Sie den U-Wert an Ihrem Fenster
Bei neueren Fenstern ist der Uw-Wert meist direkt am Fenster oder in den Herstellerunterlagen abzulesen. Ein Blick auf drei Quellen genügt in der Regel:
- Energieausweis des Gebäudes: Hier ist der U-Wert der Fensterflächen als Teil der Gebäudehülle ausgewiesen, sofern ein aktueller Energieausweis vorliegt.
- Typenschild oder Fensterpass: Viele Fensterhersteller kennzeichnen ihre Produkte mit einem Aufkleber oder Beipackzettel, auf dem Uw-, Ug- und teils auch Uf-Wert vermerkt sind.
- Technisches Datenblatt des Herstellers: Bei Bestellungen über einen Fachbetrieb liefert das Datenblatt die genauen Werte für das jeweilige Modell inklusive Rahmenprofil und Glasaufbau.
Fehlen diese Unterlagen, etwa bei einem älteren Gebäude ohne Energieausweis, lässt sich der U-Wert nur überschlägig anhand von Baujahr und Verglasungsart abschätzen – die Richtwert-Tabelle oben dient dafür als Orientierung. Für eine belastbare Berechnung des Uw-Wertes aus Rahmen-, Glas- und Randverbundeigenschaften ist in Österreich die ÖNORM EN ISO 10077-1 maßgeblich, während der Ug-Wert der Verglasung nach der ÖNORM EN 673 ermittelt wird. Ein Fachbetrieb oder Bauphysiker kann anhand dieser Normen auch für ältere Fenster einen rechnerischen Wert ermitteln, wenn keine Herstellerangaben mehr vorliegen.

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U-Wert und Förderung: Welche Werte zählen
Bei Förderungen für den Fenstertausch ist üblicherweise ein maximaler Uw-Wert Voraussetzung, damit ein Zuschuss überhaupt in Betracht kommt. In der Praxis liegt diese Grenze häufig bei rund 1,1 W/(m²K), teils auch etwas darüber – ausreichend niedrig, dass in der Regel nur moderne Zweifach- oder Dreifachverglasungen diesen Wert erreichen, reine Sanierungsverglasung mit einfachem Wärmeschutzglas dagegen meist nicht. Zum Vergleich: Die Mindestanforderung für Neubauten nach der OIB-Richtlinie 6 liegt mit etwa 1,3 bis 1,4 W/(m²K) etwas darüber, da hier keine zusätzliche Förderlogik greift, sondern lediglich der bauordnungsrechtliche Mindeststandard gilt.
Förderungen für den Fenstertausch werden in Österreich sowohl über bundesweite Programme wie klimaaktiv als auch über die Wohnbauförderungen der einzelnen Bundesländer abgewickelt, wobei sich Fördersätze, Budgets und die genauen U-Wert-Grenzen von Programm zu Programm unterscheiden und sich im Zeitverlauf ändern können. Eine pauschale Aussage zur Höhe einer Förderung oder zur dauerhaften Gültigkeit eines bestimmten Grenzwerts ist deshalb nicht seriös möglich. Prüfen Sie die aktuellen Bedingungen daher immer vor Projektbeginn direkt bei der zuständigen Landes-Förderstelle oder bei klimaaktiv, da Budgetänderungen oder politische Entscheidungen bestehende Programme kurzfristig anpassen oder auch aussetzen können.
Was der U-Wert nicht zeigt
Der U-Wert beschreibt ausschließlich den winterlichen Wärmeverlust durch das Fenster – er sagt nichts darüber aus, wie viel Sonnenenergie im Sommer durch das Glas einstrahlt, wie gut ein Fenster gegen Einbruch oder Schall schützt, oder ob eine Zweifach- einer Dreifachverglasung im konkreten Einzelfall vorzuziehen ist. Diese Abwägung zwischen den Verglasungsarten sowie der genaue Aufbau des Scheibenzwischenraums mit Gasfüllung und Beschichtung sind eigene bautechnische Themen, die über die reine Kennzahl U-Wert hinausgehen und jeweils gesondert betrachtet werden sollten.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zum U-Wert bei Fenstern
In Österreich gelten derzeit Uw-Werte zwischen 0,7 und 1,1 W/(m²K) als guter Standard, wie ihn moderne Zweifach- und Dreifachverglasungen erreichen. Passivhausfenster liegen mit ≤ 0,8 W/(m²K) nochmals darunter.
Das hängt stark vom Baujahr ab: Alte Fenster aus den 1970er- bis 1990er-Jahren liegen häufig bei 2,8 bis 5,0 W/(m²K), Neubauten müssen laut OIB-Richtlinie 6 einen Uw-Wert von rund 1,3 bis 1,4 W/(m²K) einhalten, geförderte Sanierungen oft noch darunter.
Frühe Zweifachverglasungen aus den 1980er- und 1990er-Jahren ohne moderne Beschichtung erreichen meist einen Uw-Wert von 2,8 bis 5,0 W/(m²K) und liegen damit deutlich über dem, was heute als guter Wert gilt.
Aktuelle Dreifachverglasungen kommen in der Regel auf einen Uw-Wert von 0,7 bis 0,9 W/(m²K), wobei der Ug-Wert der Verglasung allein oft noch niedriger liegt als der Wert des Gesamtfensters.
Förderprogramme setzen häufig einen maximalen Uw-Wert von rund 1,1 W/(m²K) voraus, wobei die genaue Grenze je nach Bundesland und Förderprogramm variiert und regelmäßig angepasst wird. Prüfen Sie die aktuellen Bedingungen deshalb vor Projektbeginn bei der zuständigen Förderstelle.
Dreifachverglasung ist schwerer als Zweifachverglasung, was robustere Rahmen und Beschläge erfordert, in der Anschaffung meist teurer ist und durch den zusätzlichen Scheibenzwischenraum im Winter etwas weniger Sonnenwärme ins Gebäude lässt. Bei stark verschatteten oder wenig besonnten Fenstern relativiert sich dieser Nachteil in der Praxis häufig.
Den passenden Fachbetrieb finden
Der U-Wert ist eine zentrale, aber nicht die einzige Kennzahl bei der Entscheidung für neue Fenster – Rahmenmaterial, Einbausituation und die fachgerechte Montage entscheiden mit darüber, ob der rechnerische Wert später auch tatsächlich erreicht wird. Über unser Portal erhalten Sie Kontakt zu Fachbetrieben, die den passenden Uw-Wert für Ihr Gebäude ermitteln, die Fördermöglichkeiten in Ihrem Bundesland einschätzen und den Fenstertausch fachgerecht umsetzen.
Beschreiben Sie Ihr Vorhaben kurz – ob Sanierung eines Altbaus oder Fenstertausch im Zuge einer umfassenderen Renovierung. Sie erhalten anschließend unverbindliche Angebote und eine fundierte Beratung zur passenden Verglasung für Ihr Zuhause.