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Innenausbau & Wohnen
22. Juli 2026 6 Min.

Sommergarten: Der unbeheizte Glasanbau für Terrasse und Garten

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Glaserei.or.at Redaktion Geprüft
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Sommergarten mit geöffneten Glasschiebeelementen auf einer sonnigen Terrasse

Erstellt mit KI von ChatGPT Image

Ein Sommergarten ist ein unbeheizter Glasanbau, der Ihre Terrasse mit großflächigen Schiebeelementen aus Glas vor Wind, Regen und Blicken schützt, ohne dabei als Wohnraum zu gelten.

Man nennt ihn deshalb auch Kaltwintergarten, und genau dieser fehlende Anschluss an eine Heizung unterscheidet ihn grundlegend vom klassischen, beheizten Wintergarten.

Sie nutzen einen Sommergarten vor allem in der Übergangszeit von Frühling bis Herbst als geschützten Freisitz – an sonnigen Tagen heizt sich die Verglasung auf und macht den Aufenthalt auch dann angenehm, wenn es draußen bereits kühl ist.

Die Konstruktion besteht meist aus einem Rahmen aus Aluminium oder Stahl mit großflächigen Glasschiebeelementen, die sich vollständig zur Seite schieben lassen und die Terrasse im Sommer wieder offen wirken lassen.

Über unser Portal finden Sie Glaserei-Fachbetriebe in Ihrer Nähe, die Sommergärten nach Maß planen, liefern und montieren.

Was versteht man unter einem Sommergarten?

Unter einem Sommergarten versteht man eine Terrassenüberdachung, die zusätzlich an drei oder vier Seiten mit Glaselementen geschlossen ist, dabei aber bewusst ohne dauerhafte Heizquelle auskommt.

Bautechnisch zählt er damit zu den Kaltwintergärten: Er schützt vor Niederschlag, Wind und Laub, erreicht aber nicht die Dämmwerte eines ganzjährig bewohnten Raumes.

Die Bezeichnungen Sommergarten und Kaltwintergarten werden am Markt weitgehend synonym verwendet – gemeint ist in beiden Fällen dieselbe unbeheizte Bauweise mit Glasschiebeelementen.

Da kein festes Heizsystem eingebaut wird, fällt die Ausführung meist einfacher aus als bei einem vollwertigen Wintergarten, was sich sowohl auf den Bauablauf als auch auf den Preis auswirkt.

Sommergarten oder Wintergarten: Was ist der Unterschied?

Der zentrale Unterschied zwischen Winter- und Sommergarten liegt in der Nutzung und der bautechnischen Ausstattung: Der Sommergarten bleibt unbeheizt und dient als saisonaler Freisitz, der beheizte Wintergarten ist ganzjährig nutzbarer Wohnraum mit eigenem Heizsystem.

Diese Grenze ist auch baurechtlich relevant, weil ein beheizter Wintergarten in der Regel höhere Anforderungen an Dämmung, Verglasung und Statik erfüllen muss als ein Sommergarten.

Wie ein solcher vollwertiger, beheizter Wintergarten aus Glas aufgebaut ist und welche Rolle Isolierverglasung sowie Dämmung dabei spielen, behandeln wir ausführlich in unserem Ratgeber Wintergarten aus Glas.

Für den Sommergarten selbst bleibt entscheidend: Er ersetzt keinen Wohnraum, sondern erweitert die Terrasse um eine wind- und wettergeschützte Fläche.

Sommergarten aus Glas: Aufbau und Verglasung

Ein Sommergarten aus Glas kombiniert ein tragendes Aluminium- oder Stahlgerüst mit einer Verglasung, die je nach Ausführung aus Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) besteht.

Dieses Glas wird durch einen thermischen Vorspannprozess bruchfester gemacht und zerfällt bei Bruch in kleine, stumpfkantige Krümel statt in scharfkantige Splitter – geregelt ist das über die ÖNORM EN 12150, die Anforderungen an thermisch vorgespanntes Kalknatronglas im Bauwesen festlegt.

Bei der Sommergarten-Verglasung wählen Sie meist zwischen klarem ESG, das viel Licht durchlässt, und leicht getöntem oder mattiertem Glas, das an sonnenexponierten Fronten für mehr Sichtschutz sorgt.

Ein Dach aus Glas oder Stegplatten schließt die Konstruktion nach oben ab und lässt zugleich ausreichend Tageslicht in den Bereich darunter.

Schiebeelemente für den Sommergarten

Schiebeelemente sind das zentrale Bauteil jedes Sommergartens, weil sie über den Grad der Öffnung entscheiden – vom vollständig geschlossenen Wetterschutz bis zur komplett offenen Terrasse.

Bei rahmenlosen Glasschiebeelementen laufen einzelne Glasscheiben ohne sichtbare Profile in einer Bodenschiene, was ein reduziertes, nahezu unsichtbares Erscheinungsbild ergibt.

Nahaufnahme der Führungsschiene eines Glasschiebeelements am Sommergarten

Erstellt mit KI von ChatGPT Image

Gerahmte Schiebeelemente mit umlaufendem Aluminiumprofil sind stabiler und lassen sich meist besser gegen Zugluft abdichten, wirken dafür optisch etwas massiver.

Für Sommergarten-Schiebeelemente gibt es sowohl fertige Bausätze zur Selbstmontage als auch Maßanfertigungen durch einen Fachbetrieb – ein Sommergarten-Bausatz eignet sich vor allem für handwerklich versierte Bauherren mit einer bereits vorhandenen, passenden Terrassenfläche.

Bei individuellen Maßen, Hanglagen oder besonderen Anforderungen an Statik und Abdichtung ist die Montage durch einen Fachbetrieb die sicherere Wahl, weil Aufmaß, Entwässerung und Anschluss an das bestehende Gebäude fachgerecht abgestimmt werden.

Was kostet ein Sommergarten?

Die Kosten für einen Sommergarten hängen stark vom gewählten Schiebesystem, der Größe und der Verglasung ab; Stand 07/2026 bewegen sich die Werte in folgenden Spannen:

AusführungPreis pro m²Bemerkung
Einfacher Kaltwintergarten (Basisausführung)ca. 300 – 400 €ohne Spezialausstattung, einfache Verglasung
Kaltwintergarten, mittlere Qualitätca. 400 – 1.200 €Aluminiumrahmen, Standardverglasung
Sommergarten mit Glasschiebeelementen (Komplettanlage)ca. 1.650 – 1.870 €rahmenlose oder gerahmte Schiebeelemente inkl. Montage

Einzelne Glasschiebeanlagen für eine Terrassenfront sind bereits ab rund 4.500 € (Stand 07/2026) erhältlich, wobei Breite, Höhe und Anzahl der Laufschienen den Preis unmittelbar beeinflussen.

Die wichtigsten Kostenfaktoren sind die Grundfläche, das Material des Rahmens (Aluminium meist teurer als Kunststoff), das gewählte Schiebesystem, die Glasart sowie der Montageaufwand vor Ort.

Ein konkretes Angebot lohnt sich immer, weil Maße, Untergrund und gewünschte Ausstattung den tatsächlichen Preis stärker bestimmen als jede allgemeine Preisspanne.

Terrasse ohne Baugenehmigung: Was gilt in Österreich?

Wie groß eine Terrasse ohne Baugenehmigung in Österreich sein darf, ist nicht bundesweit einheitlich geregelt, weil die Landesbauordnungen unterschiedliche Grenzwerte für anzeige- oder bewilligungsfreie Vorhaben festlegen.

In manchen Bundesländern gelten offene Terrassenüberdachungen bis zu einer bestimmten überbauten Fläche als lediglich anzeigepflichtig statt bewilligungspflichtig – sobald jedoch mehrere Seiten mit Glaselementen geschlossen werden, wie beim Sommergarten üblich, kann sich diese Einstufung ändern.

Die OIB-Richtlinien bilden die fachliche Grundlage, nach der die Bundesländer ihre Bauordnungen harmonisieren, die konkrete Grenze für Ihr Bauvorhaben legt aber die jeweils zuständige Gemeinde oder Baubehörde fest.

Klären Sie deshalb vor der Umsetzung eines Sommergartens direkt bei Ihrer Gemeinde oder Baubehörde, ob eine Bauanzeige oder eine Baubewilligung erforderlich ist – das erspart nachträgliche Auflagen oder einen Rückbau.

Kann man einen Sommergarten auch im Winter nutzen?

Einen Sommergarten können Sie auch im Winter nutzen, allerdings nur eingeschränkt und nicht als durchgehend temperierten Aufenthaltsraum.

Bei Sonneneinstrahlung erwärmt sich die Luft im Glasanbau tagsüber spürbar, sodass ein kurzer Aufenthalt auch an kalten, aber sonnigen Tagen angenehm sein kann.

Gemütliche Sitzecke in einem verglasten Sommergarten

Erstellt mit KI von ChatGPT Image

Sobald die Sonne weg ist, kühlt der unbeheizte Raum rasch wieder aus, weshalb sich viele Auftraggeber im Winter vor allem zum Überwintern frostempfindlicher Kübelpflanzen entscheiden.

Für eine durchgehende Nutzung als warmer Aufenthaltsraum über die kalte Jahreszeit ist ein beheizter Wintergarten die passendere Bauform.

Vor- und Nachteile eines Sommergartens

Bevor Sie sich für einen Sommergarten entscheiden, lohnt sich ein Blick auf die praktischen Vor- und Nachteile dieser Bauweise.

  • Vorteil – geringere Kosten: Ein Sommergarten ist in Anschaffung und Bau meist günstiger als ein vollwertiger, beheizter Wintergarten.
  • Vorteil – einfacherer Bauablauf: Ohne Heizsystem und mit geringeren Dämmanforderungen lässt sich die Konstruktion oft rascher umsetzen.
  • Vorteil – verlängerte Gartensaison: Sie können die Terrasse durch die Verglasung schon im Frühling und noch im Herbst länger nutzen.
  • Vorteil – flexible Öffnung: Schiebeelemente lassen sich bei Bedarf komplett öffnen und lassen die Terrasse wie gewohnt wirken.
  • Nachteil – Temperaturschwankungen: Ohne Heizung und mit einfacherer Dämmung schwankt die Innentemperatur stärker als in einem Wohnraum.
  • Nachteil – Kondensatbildung: An den Glasflächen kann sich bei Temperaturunterschieden Kondenswasser bilden, das regelmäßig abgewischt werden sollte.
  • Nachteil – keine ganzjährige Wohnraumnutzung: Als dauerhaft beheizter Aufenthaltsraum eignet sich ein Sommergarten nicht.

FAQ – Sommergarten und Kaltwintergarten

01 Was ist der Unterschied zwischen Winter- und Sommergarten?

Der Sommergarten bleibt unbeheizt und dient als saisonaler Freisitz, während der beheizte Wintergarten ganzjährig nutzbarer Wohnraum mit eigenem Heizsystem ist.

02 Wie teuer ist ein Sommergarten?

Je nach Ausführung liegen die Kosten zwischen rund 300 € und 1.870 € pro Quadratmeter (Stand 07/2026), Komplettanlagen mit Glasschiebeelementen meist im oberen Bereich dieser Spanne.

03 Wie groß darf eine Terrasse ohne Baugenehmigung in Österreich sein?

Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt; verbindliche Grenzwerte für anzeige- oder bewilligungsfreie Bauvorhaben erfahren Sie bei Ihrer zuständigen Gemeinde oder Baubehörde.

04 Was versteht man unter Sommergarten?

Ein Sommergarten ist ein unbeheizter Glasanbau mit Schiebeelementen, der eine Terrasse vor Wind und Regen schützt, ohne als Wohnraum zu gelten – auch Kaltwintergarten genannt.

05 Kann man einen Sommergarten auch im Winter nutzen?

Eingeschränkt ja, vor allem an sonnigen Tagen oder zum Überwintern von Pflanzen – als durchgehend beheizter Aufenthaltsraum eignet er sich jedoch nicht.

06 Was sind die Vor- und Nachteile eines Sommergartens?

Vorteile sind geringere Kosten, ein einfacherer Bauablauf und eine verlängerte Gartensaison, Nachteile sind Temperaturschwankungen, Kondensatbildung und die fehlende ganzjährige Wohnraumnutzung.

Ob unbeheizter Sommergarten oder Vorstufe zum vollwertigen Wintergarten – die Wahl der passenden Konstruktion hängt von Nutzung und Budget ab. Über unser Portal finden Sie Glaser-Betriebe in Ihrer Region, die Planung, Verglasung und Montage aus einer Hand anbieten.

Über den Autor Glaserei.or.at Redaktion
Geprüft

Die Fachredaktion des Glaser Netzwerks Österreich bündelt die Expertise aus Handwerk, aktueller Normgebung und Marktanalyse in Österreich. Unsere Ratgeber und Artikel werden in enger Zusammenarbeit mit konzessionierten Glaser-Fachbetrieben und Sachverständigen erstellt. Unser Ziel ist es, Hausbesitzern, Sanierern und Fachbetrieben fundierte, datenbasierte und nachvollziehbare Informationen rund um die Themen Glas, Fenster, Glasfassaden und sichere Verglasungen zur Verfügung zu stellen.

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