Floatglas ist die gebräuchlichste Glasart im Bauwesen und bildet die Grundlage für Fensterscheiben, Möbelplatten und viele weiterverarbeitete Sicherheitsgläser. Der Name geht auf das Herstellungsverfahren zurück, bei dem die flüssige Glasmasse auf einem Bad aus geschmolzenem Zinn schwimmt und dabei ihre gleichmäßig plane Oberfläche erhält. Wer sich für Fenster, Vitrinen oder ein Aquarium interessiert, stößt fast zwangsläufig auf diesen Begriff, denn Floatglas ist der Ausgangsstoff, aus dem später Einscheiben-, Verbund- oder Isolierglas entsteht. Auf unserem Portal erfahren private Auftraggeber, welche Glaserei-Betriebe in Österreich Floatglas verarbeiten und weiterveredeln.
Kurz gesagt: Floatglas ist normales, klares Kalk-Natron-Silicatglas mit planparalleler Oberfläche, hergestellt im sogenannten Floatverfahren. Es ist weder besonders bruchsicher noch speziell gehärtet – für diese Eigenschaften braucht es eine zusätzliche Veredelung. In den folgenden Abschnitten erklären wir Herstellung, Eigenschaften, Einsatzgebiete und Kosten.
Was ist Floatglas genau?
Floatglas bezeichnet Flachglas, das im kontinuierlichen Schmelz-Zieh-Verfahren auf einem Zinnbad erzeugt wird. Sand, Soda, Kalk und Dolomit werden bei Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius geschmolzen und die flüssige Masse anschließend auf das Zinnbad geleitet. Dort verteilt sie sich gleichmäßig, kühlt kontrolliert ab und erhält so ihre plane, weitgehend fehlerfreie Oberfläche. Dieses Verfahren hat andere, ältere Glasherstellungsmethoden weitgehend abgelöst, weil es gleichbleibende Dicke und optische Klarheit ermöglicht.
Floatglas ist normales Kalk-Natron-Silicatglas – also derselbe Werkstoff, aus dem seit jeher Fenster- und Flachglas besteht, nur mit einem moderneren, präziseren Herstellungsprozess. Die Grundanforderungen an Abmessungen und optische Qualität von Floatglas für das Bauwesen legt die ÖNORM EN 572-2 fest, während die ÖNORM EN 572-1 allgemeine Definitionen und Eigenschaften von Basis-Flachglas beschreibt. Für Liefer- und Endmaße ist zusätzlich die ÖNORM EN 572-8 relevant.
Eigenschaften von Floatglas
Floatglas ist klar, plan und beidseitig glatt, was es optisch neutral und vielseitig einsetzbar macht. Aufgrund von natürlichem Eisenoxid im verwendeten Sand zeigt es jedoch einen leichten grünlichen Farbstich, der bei dünnen Ausführungen kaum auffällt, bei dickerem Glas oder an den Schnittkanten aber sichtbar wird. Die Oberfläche ist hart und kratzfest, das Material lässt sich gut zuschneiden, bohren und schleifen. In seiner unbehandelten Form ist Floatglas jedoch nicht bruchsicher: Bei Überlastung entstehen scharfkantige Splitter, ähnlich wie bei herkömmlichem Fensterglas aus früheren Jahrzehnten.
Für Anwendungen mit erhöhten Schutz- oder Dämmanforderungen wird Floatglas deshalb weiterverarbeitet. Die folgende Übersicht zeigt, welche Glasarten auf Floatglas als Basismaterial aufbauen:
| Weiterverarbeitetes Glas | Kurzbeschreibung |
|---|---|
| Einscheibensicherheitsglas (ESG) | Thermisch vorgespanntes Floatglas, bricht in kleine, stumpfe Krümel |
| Verbundsicherheitsglas (VSG) | Mehrere Floatglasscheiben mit reißfester Folie verklebt |
| Isolierglas | Zwei oder mehr Floatglasscheiben mit gasgefülltem Zwischenraum |
| Milchglas beziehungsweise Ornamentglas | Floatglas mit satinierter oder strukturierter Oberfläche |
Diese Glasarten werden jeweils aus Floatglas hergestellt, gehen aber im Fertigungsprozess deutlich über das Basisglas hinaus und folgen eigenen Regeln – sie sind nicht Gegenstand dieses Beitrags. Wer sich näher mit Isolierglas oder mit satiniertem Ornamentglas beschäftigen möchte, findet dazu eigene Beiträge auf unserem Portal.
Wofür wird Floatglas verwendet?
Floatglas kommt überall dort zum Einsatz, wo klares, ebenes Glas ohne besondere Sicherheits- oder Dämmanforderungen benötigt wird. Im Wohnbereich sind das etwa unverglaste Bilderrahmen, Regalböden, Tischplatten oder einfache Fensterscheiben in Nebengebäuden. Auch als Ausgangsmaterial für Spiegel, Möbelfronten und Vitrinen ist Floatglas gebräuchlich, da es sich gut zuschneiden und weiterbearbeiten lässt.
Ein häufig gesuchter Anwendungsfall ist das Aquarium: Grundsätzlich eignet sich Floatglas dafür gut, solange die Glasdicke zur Beckengröße passt. Bei kleineren und mittleren Becken fällt der leichte Grünstich kaum auf, bei sehr großen oder dickwandigen Ausführungen ab etwa zehn Millimetern Wandstärke wird er hingegen sichtbarer und viele Aquarianer greifen dann zum eisenoxidärmeren Weißglas. Für tragende oder absturzgefährdete Bauteile wie Geländer, Ganzglastüren oder Überkopfverglasungen ist reines Floatglas dagegen nicht zulässig – hier schreibt die ÖNORM B 3716-3 den Einsatz von Sicherheitsglas vor.

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Floatglas kaufen: Worauf beim Zuschnitt achten?
Wer Floatglas kaufen möchte, bestellt es in aller Regel als Maßanfertigung bei einer Glaserei oder einem spezialisierten Online-Anbieter. Wichtige Parameter sind dabei die Glasstärke – gängig sind 4, 6, 8, 10 und 12 Millimeter –, die gewünschte Kantenbearbeitung sowie eventuelle Bohrungen für Beschläge. Standardstärken sind günstiger als exotische Maße, weil sie ohne zusätzlichen Verschnitt aus großen Glastafeln gewonnen werden. Wer unsicher ist, welche Stärke und Ausführung für sein Vorhaben passt, findet über unser Portal Glaserei-Betriebe, die vor Ort beraten und exakt zuschneiden.
Bei der Auswahl lohnt sich außerdem ein Blick auf die Kantenbearbeitung. Eine geschliffene und polierte Ausführung wirkt hochwertiger und ist bei berührbaren Bauteilen wie Regalböden oder Tischplatten sinnvoll, während eine einfache Schnittfläche für verdeckt montiertes Glas ausreicht.

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Was kostet Floatglas?
Die Preise für Floatglas hängen stark von Glasstärke, Zuschnittgröße, Kantenbearbeitung und Bestellmenge ab. Bei österreichischen Online-Anbietern liegen die Einstiegspreise für einfaches, klares Floatglas nach Maß bei rund 40 bis 45 Euro pro Quadratmeter für dünnere Stärken, Stand 07/2026. Mit zunehmender Glasstärke, geschliffenen Kanten oder Sonderausführungen wie Parsol-Tönungen oder Weißglas steigt der Preis auf teils über 90 Euro pro Quadratmeter. Zusatzleistungen wie Lochbohrungen oder polierte Kanten werden meist gesondert nach Stück beziehungsweise Laufmeter verrechnet.
Für größere Mengen oder den direkten Bezug über einen Fachbetrieb lassen sich häufig bessere Konditionen erzielen als im Einzelzuschnitt. Ein verbindliches Angebot erhalten Auftraggeber am zuverlässigsten direkt von einer Glaserei, da Zuschnittkosten, Anfahrt und Montage regional unterschiedlich kalkuliert werden.
Maßanfertigung oder Standardgröße?
Für viele einfache Anwendungen genügt Floatglas in industriell gefertigten Standardmaßen, etwa für Regalböden oder gängige Fensterformate. Sobald Aussparungen, Rundungen oder ungewöhnliche Formate gefragt sind, führt am individuellen Zuschnitt jedoch kein Weg vorbei. Welche Variante im Einzelfall die passendere Wahl ist, erklärt der Beitrag Glas nach Maß vs. Standardmaße auf unserem Portal ausführlicher.
Wer konkret plant, eine Floatglasscheibe einbauen oder ersetzen zu lassen, findet über unser Portal geprüfte Glaserei-Betriebe in der eigenen Region, die passend beraten, zuschneiden und montieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der auffälligste Nachteil ist der leichte grünliche Farbstich, der durch natürliches Eisenoxid im Rohstoff entsteht und bei dickeren Scheiben stärker sichtbar wird. Zudem bietet unbehandeltes Floatglas keine erhöhte Bruchfestigkeit und splittert bei starker Belastung in scharfkantige Teile. Für besonders beanspruchte oder wärmedämmende Anwendungen reicht einfaches Floatglas deshalb allein nicht aus, hier kommen daraus hergestellte Sicherheits- oder Funktionsgläser zum Einsatz.
Ja, Floatglas ist die heute übliche Form von klarem Kalk-Natron-Silicatglas, wie es in den allermeisten Fenstern, Vitrinen und Möbeln verbaut ist. Der Begriff bezieht sich lediglich auf das Herstellungsverfahren auf dem Zinnbad, nicht auf eine besondere Zusatzeigenschaft. Wenn im Alltag von „normalem Fensterglas“ die Rede ist, ist damit in den meisten Fällen Floatglas gemeint.
Nein, Floatglas selbst gilt nicht als bruchsicher und splittert bei starker Belastung in scharfkantige Stücke. Diese Eigenschaft erreicht man erst durch eine Weiterverarbeitung wie thermisches Vorspannen zu Einscheibensicherheitsglas oder durch Verkleben mehrerer Scheiben zu Verbundsicherheitsglas. Für absturzgefährdete oder stark frequentierte Bauteile schreiben österreichische Normen deshalb entsprechendes Sicherheitsglas vor.
Weißglas, auch Extraweißglas genannt, wird aus einer Rohstoffmischung mit deutlich weniger Eisenoxid hergestellt und ist dadurch nahezu farbneutral, während Floatglas den typischen leichten Grünstich zeigt. Je dicker die Scheibe, desto deutlicher fällt dieser Unterschied optisch auf. Weißglas ist wegen der aufwendigeren Rohstoffauswahl in der Regel teurer als vergleichbares Floatglas.
Ja, Floatglas ist die Basis nahezu jeder modernen Fensterverglasung und wird dort meist als Bestandteil von Isolierglas eingesetzt, also mit einer zweiten oder dritten Scheibe und einem gedämmten Zwischenraum. Für schlichte, nicht wärmegedämmte Fenster etwa in Nebengebäuden kann auch einfaches Floatglas ausreichen. Bei bodentiefen oder absturzgefährdeten Fensterflächen ist hingegen Sicherheitsglas vorgeschrieben.
Für die konkrete Umsetzung – ob Neuverglasung oder Ersatz einer Scheibe – lohnt sich der Blick in unser Portal: Dort finden Sie Glaserei-Betriebe, die Floatglas fachgerecht zuschneiden und einbauen.