Brandschutzglas ist eine spezielle Verglasung, die im Brandfall über eine festgelegte Zeitspanne Feuer, Rauch und Hitze zurückhält – und dabei durchsichtig bleibt. Welche Ausführung Sie brauchen, hängt vor allem von zwei Fragen ab: Wie lange muss das Glas standhalten (30, 60 oder 90 Minuten)? Und soll es nur Flammen abhalten oder zusätzlich vor der Hitzestrahlung schützen? Genau diese Unterschiede stecken hinter den Kürzeln EI und EW. Wenn Sie planen, Brandschutzglas in Ihrem Wohnhaus, in einem Gewerbeobjekt oder bei einer Sanierung einzusetzen, finden Sie über unser Portal einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe, der Sie zu Klasse, Rahmen und Einbau berät.
Dieser Ratgeber erklärt verständlich, wie Brandschutzglas aufgebaut ist, was die Klassen bedeuten, wo es eingesetzt wird, welche rechtlichen Vorgaben in Österreich gelten und mit welchen Kosten Sie rechnen sollten.
Was ist Brandschutzglas und wie funktioniert es?

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Brandschutzglas ist ein Sicherheitsglas mit der Aufgabe, die Ausbreitung eines Feuers für eine definierte Dauer zu bremsen. Im Alltag sieht es aus wie eine gewöhnliche, klare Scheibe. Der Unterschied zeigt sich erst im Brandfall.
Dahinter verbirgt sich meist ein Verbund aus mehreren Floatglasscheiben – dem klassischen Fensterglas – zwischen denen sich eine oder mehrere Brandschutzschichten befinden. Diese Zwischenschicht ist der eigentliche Wirkstoff. Solange kein Feuer da ist, bleibt sie unsichtbar und glasklar.
Kommt es zum Brand, passiert an der dem Feuer zugewandten Seite Folgendes:
- Die Brandschutzschicht reagiert auf die Hitze und schäumt auf.
- Es entsteht eine dicke, undurchsichtige und stark isolierende Schutzschicht.
- Diese Schicht absorbiert die Energie des Feuers und hält die Hitze zurück.
Auf diese Weise bleibt der Raum hinter der Scheibe deutlich länger nutzbar – etwa als Fluchtweg. Genau darin liegt der Sinn von Brandschutzglas: Es verschafft Menschen Zeit, sich in Sicherheit zu bringen, und Einsatzkräften Zeit zum Löschen.
Nicht zu verwechseln mit Sicherheitsglas
Brandschutzglas wird oft mit anderen Sicherheitsgläsern in einen Topf geworfen. Der Unterschied ist wichtig:
- Einscheibensicherheitsglas (ESG) ist bruch- und schlagfester und zerfällt bei Bruch in stumpfe Krümel – es schützt vor Verletzungen, nicht vor Feuer.
- Verbundsicherheitsglas (VSG) hält bei Bruch durch eine Folie zusammen und bietet Einbruch- oder Absturzschutz – aber keinen definierten Feuerwiderstand.
- Brandschutzglas ist speziell auf den Feuerwiderstand geprüft und trägt eine entsprechende Klassifizierung.
Ein Glas kann mehrere Eigenschaften vereinen, doch Brandschutz muss immer eigens geprüft und zugelassen sein.
Die Klassen von Brandschutzverglasung im Detail
Brandschutzglas wird nach seiner Leistung im Feuer klassifiziert – geregelt über die europäische Klassifizierungsnorm ÖNORM EN 13501-2. Diese Norm legt fest, welche Buchstaben und Zahlen ein Bauteil tragen darf. Für Verglasungen sind vor allem die Kriterien E, EW und EI entscheidend.
EI, EW und E – was die Buchstaben bedeuten
Die Buchstabenkombination beschreibt, wogegen das Glas schützt:
| Kürzel | Bedeutung | Schutzwirkung |
|---|---|---|
| E | Raumabschluss (Étanchéité) | Hält Flammen und Rauch zurück, aber nicht die Hitzestrahlung |
| EW | Raumabschluss + begrenzte Strahlung | Hält Flammen und Rauch zurück und reduziert die durchgelassene Wärmestrahlung |
| EI | Raumabschluss + Wärmedämmung (Isolation) | Hält Flammen und Rauch zurück und begrenzt zusätzlich die Temperatur auf der brandabgewandten Seite |

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Der praktische Unterschied zwischen EI und EW ist der Hitzeschutz. Bei einer EI-Verglasung bleibt die dem Feuer abgewandte Seite so kühl, dass man in unmittelbarer Nähe stehen kann, ohne durch die Strahlungswärme gefährdet zu werden. Eine EW-Verglasung lässt mehr Wärme durch: Sie hält das Feuer ab, doch in geringem Abstand kann die Strahlung noch spürbar oder gefährlich sein.
Für Fluchtwege, an denen Menschen dicht am Glas vorbeigehen, ist deshalb meist EI gefragt. Wo mehr Abstand gewahrt bleibt, kann EW ausreichen.
Die Zeitklassen 30, 60 und 90 Minuten
Die Zahl hinter dem Buchstaben gibt die geprüfte Widerstandsdauer in Minuten an:
- EI 30 / EW 30: hält die jeweilige Schutzwirkung für mindestens 30 Minuten aufrecht.
- EI 60 / EW 60: mindestens 60 Minuten.
- EI 90 / EW 90: mindestens 90 Minuten.
Ein Bauteil mit der Bezeichnung EI 90 hält also Flammen, Rauch und Hitzestrahlung für mindestens anderthalb Stunden zurück. Je höher die Zahl, desto dicker und schwerer wird das Glas in der Regel.
Info-Box: Alte und neue Bezeichnungen. In älteren Unterlagen und im Gespräch mit Handwerkern begegnen Ihnen manchmal noch die früheren Kürzel F30, F60, F90 (aus der deutschen Normwelt). Grob entspricht das dem heutigen EI-Prinzip mit Wärmedämmung, während G30 ohne Wärmedämmung dem heutigen E bzw. EW nahekommt. Verbindlich ist heute die Klassifizierung nach ÖNORM EN 13501-2. Verlassen Sie sich im Zweifel auf die Angaben im Verwendbarkeitsnachweis des konkreten Produkts.
Wie viel wiegt und wie dick ist Brandschutzglas?
Mit der Klasse steigen Dicke und Gewicht deutlich. Ein Quadratmeter dünneres Brandschutzglas wiegt rund 16 Kilogramm, während sehr dicke Aufbauten für hohe Klassen leicht 90 Kilogramm und mehr pro Quadratmeter erreichen. Dieses Gewicht ist ein Grund, warum Brandschutzglas immer in einem passenden, ebenfalls geprüften Rahmen eingebaut werden muss.
Wie erkennt man Brandschutzglas?
Zugelassenes Brandschutzglas trägt einen dauerhaften Aufdruck oder eine Ätzung im Randbereich der Scheibe. Auf diesem Stempel finden sich in der Regel der Hersteller, der Produktname, die Klasse (etwa EI 30) und ein Prüfzeichen. Von außen mit bloßem Auge lässt sich Brandschutzglas kaum von normalem Glas unterscheiden – der Blick auf die Kennzeichnung im Randbereich ist der sichere Weg.
Wichtig: Der Feuerwiderstand gilt immer nur für das geprüfte Gesamtsystem aus Glas, Rahmen, Dichtungen und Befestigung. Ein Brandschutzglas in einem ungeeigneten Rahmen verliert seine Zulassung.

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Einsatzbereiche im Baugewerbe
Brandschutzglas kommt überall dort zum Einsatz, wo Brandabschnitte transparent getrennt werden sollen, ohne auf Tageslicht und Sichtbeziehungen zu verzichten.
Türen und Verglasungen in Fluchtwegen
In Stiegenhäusern, Gängen und Korridoren, die als Fluchtweg dienen, verhindert Brandschutzglas, dass sich Flammen und Rauch rasch ausbreiten. So bleibt der Weg ins Freie länger passierbar. Hier ist häufig eine EI-Klasse gefordert, weil sich Personen dicht am Glas bewegen.

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Brandschutz-Trennwände
Transparente Trennwände aus Brandschutzglas teilen große Flächen in Brandabschnitte, ohne den Raum optisch zu zerschneiden. Das ist etwa in Büros, Schulen, Krankenhäusern und öffentlichen Gebäuden verbreitet.

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Fassaden und Innenhöfe
An Fassaden und in Atrien kann Brandschutzverglasung verhindern, dass ein Feuer von einem Geschoss oder Gebäudeteil auf den nächsten überspringt. Solche Anwendungen sind technisch anspruchsvoll und werden individuell geplant.
Fenster und Oberlichten
Als Brandschutzfenster mit Mehrscheibenaufbau schützt die Verglasung für 30, 60 oder 90 Minuten gegen offenes Feuer und Hitze – etwa an Grundstücksgrenzen, wo ein Übergreifen auf das Nachbargebäude verhindert werden soll.
Praxistipp: Ob Sie Brandschutzglas benötigen und in welcher Klasse, ergibt sich fast nie aus dem eigenen Geschmack, sondern aus dem Brandschutzkonzept des Gebäudes. Klären Sie die Anforderung, bevor Sie Maße nehmen oder Angebote einholen – ein zu hoch gewähltes Glas kostet unnötig viel, ein zu niedriges wird nicht abgenommen.
Rechtliche Anforderungen in Österreich
In Österreich ergeben sich die Brandschutzanforderungen an Bauteile aus den OIB-Richtlinien, konkret aus der OIB-Richtlinie 2 „Brandschutz“. Diese Richtlinien werden vom Österreichischen Institut für Bautechnik erarbeitet und über die Bauordnungen der Bundesländer verbindlich. Sie legen fest, welche Bauteile welchen Feuerwiderstand aufweisen müssen – abhängig von Gebäudeklasse, Nutzung und Lage.
Die konkrete Klasse für Ihr Vorhaben ergibt sich also nicht aus einer allgemeinen Faustregel, sondern aus dem für das Gebäude gültigen Brandschutzkonzept und den landesrechtlichen Vorgaben. Für die Einstufung des Glases selbst gilt die europäische ÖNORM EN 13501-2.
Wichtig für die Praxis:
- Brandschutzverglasungen dürfen nur mit gültigem Verwendbarkeitsnachweis eingebaut werden.
- Der Einbau muss fachgerecht und dokumentiert erfolgen, sonst gilt die Zulassung nicht.
- Bei behördlichen Bauvorhaben wird die Ausführung im Zuge der Fertigstellungsanzeige oder Kollaudierung geprüft.
Für die verbindliche Auslegung im Einzelfall sind die zuständige Baubehörde und ein Brandschutz-Sachverständiger die richtigen Ansprechpartner.
Was kostet Brandschutzglas?
Brandschutzglas ist deutlich teurer als normales Fensterglas, weil es ein geprüftes Systemprodukt ist – Scheibe, Rahmen und Einbau bilden eine Einheit. Der Preis hängt vor allem von der Klasse, der Größe, dem Rahmenmaterial und von Zusatzfunktionen ab.
Als grobe Orientierung für Österreich (Material inklusive geprüftem Rahmen, ohne Montage):
| Klasse | Richtwert pro m² (Stand 2026) |
|---|---|
| EI 30 | ca. 850 – 1.250 € |
| EI 60 | ca. 1.300 – 1.800 € |
| EI 90 | ca. 1.950 – 2.600 € |
Zusätzliche Anforderungen wie Einbruchhemmung oder erhöhter Schallschutz können den Preis um etwa 15 bis 25 Prozent erhöhen. Die genannten Werte sind Richtwerte und kein Fixpreis – das tatsächliche Angebot hängt von Maß, Einbausituation und Rahmensystem ab.
Diese Kostenfaktoren treiben den Preis:
- Widerstandsdauer: EI 90 ist deutlich teurer als EI 30, weil der Glasaufbau dicker und schwerer ist.
- Rahmensystem: Stahlrahmen sind meist teurer als Aluminium- oder Holzrahmen.
- Größe und Form: Sonderformen, große Scheiben und Bohrungen erhöhen den Aufwand.
- Montage: Gewicht und Einbausituation bestimmen den Arbeitsaufwand vor Ort.
Praxistipp: Holen Sie mehrere Angebote ein und achten Sie darauf, dass jeweils dieselbe Klasse, dasselbe Rahmensystem und die Montage enthalten sind. Nur dann sind die Preise vergleichbar. Einen passenden Betrieb finden Sie über unser Portal.
Häufige Fragen zu Brandschutzglas
Brandschutzglas ist eine geprüfte Sicherheitsverglasung, die im Brandfall Flammen und Rauch – je nach Klasse auch die Hitzestrahlung – für eine festgelegte Zeit zurückhält. Eingesetzt wird es vor allem in Fenstern, Türen und Verglasungen, etwa in Korridoren und Stiegenhäusern, die als Fluchtweg dienen und in denen eine schnelle Ausbreitung von Flammen und Rauchgasen verhindert werden soll.
Brandschutzglas besteht aus einem Verbund mehrerer Floatglasscheiben mit dazwischenliegenden Brandschutzschichten. Im Brandfall reagiert die dem Feuer zugewandte Zwischenschicht, schäumt sofort zu einem dicken, widerstandsfähigen und stark isolierenden Schutzschild auf und absorbiert so die Energie des Feuers.
Zugelassenes Brandschutzglas trägt eine dauerhafte Kennzeichnung im Randbereich mit Hersteller, Produktname und Klasse. Die Gläser werden in Klassen unterteilt: Der Kennwert gibt die Widerstandsdauer in Minuten an, etwa 30, 60 oder 90 Minuten. In der Regel bestehen die Gläser aus zwei oder drei Glasscheiben mit Brandschutzschichten dazwischen.
Brandschutzfenster sind Fenster mit einem Mehrscheibenaufbau, die im Brandfall für 30, 60 oder 90 Minuten Brandschutz gewährleisten. Sie leisten Widerstand gegen offenes Feuer, Flammen und die aufkommende Hitze und blockieren so die Ausbreitung des Feuers auf weitere Bereiche oder Nachbargebäude.
Der Preis richtet sich stark nach Klasse, Größe und Rahmensystem. Als Richtwert für Österreich liegt EI-30-Verglasung inklusive Rahmen bei etwa 850 bis 1.250 € pro m², EI 90 bei etwa 1.950 bis 2.600 € pro m² (Stand 2026), jeweils ohne Montage. Zusatzfunktionen wie Einbruch- oder Schallschutz erhöhen den Preis.
Den passenden Fachbetrieb finden
Brandschutzglas ist ein Sicherheitsprodukt, bei dem Klasse, Rahmen und fachgerechter Einbau zusammenpassen müssen – hier zählt die Erfahrung eines Fachbetriebs mehr als der reine Materialpreis. Wenn Sie ein Vorhaben planen, lohnt sich die Beratung durch eine Glaserei, die Brandschutzverglasungen regelmäßig verbaut. Über unser Portal erreichen Sie geprüfte Betriebe in Ihrer Region und können unverbindlich Angebote einholen.